MacTarbh

Sonntag, 18. Oktober 2015

"Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!" (Mk. 16, 15)

Liebe Brüder und Schwestern!

Dumpfe Trommelwirbel erschütterten die altehrwürdigen Mauern der Klosterkirche. Männer und Frauen in weißen Gewändern sangen wildklingende Lieder und tanzten scheinbar extatisch zu ihren Klängen. Doch plötzlich ging eine Pforte auf und eine Reihe schwarzgekleideter Männer mit ernsten Gesichtern betrat die Bühne des Geschehens, gefolgt von Priestern, zwei Äbten und sogar einem Bischof.

Was wie ein Szenario aus einem Horrorstreifen anmutete, in dem ein Exorzismus, eine Teufelsaustreibung anstand, war heute in einem deutschen Benediktinerkloster Realität. Doch natürlich hatte das mitnichten etwas mit einem Exorzismus zu tun, sondern es handelte sich hierbei um den Einzug des Klosterkonvents zur allsonntäglichen Messe. Anläßlich des Weltmissionssonntags waren Gäste aus der Benediktinerabtei Ndanda in Tansania zu Gast, die einen Flair afrikanischer Lebens- und Glaubensfreude ins kalte Europa mitbrachten. Das Aufeinandertreffen, um nicht zu sagen Aufeinanderprallen, verschiedener Nationen und Kulturen wirkte wie ein Kontrastprogramm.

Im 19. und 20. Jahrhundert machten sich deutsche Missionsbenediktiner auf nach Afrika, um dort getreu der heutigen Perikope das Evangelium zu verkünden. Zahlreiche Klostergründungen fanden statt und viele Einheimische bekehrten sich (übrigens ganz ohne Zwang!!!) zum Christentum.

Damals handelte es sich weniger um einen gleichberechtigten Austausch von Wissen und Kultur, sondern quasi um eine Art "Export". Heute jedoch brachten die afrikanischen Gäste sehr viel mit. Manchmal dauert ein Austausch anscheinend länger. ;-)

Eine Gottesdienstteilnehmerin bemerkte, die afrikanischen Frauen und Männer wären wie die Kinder. Diese Bemerkung war nicht negativ gemeint, sondern zielte darauf ab, dass wir etwas verloren hätten, was jene Leute uns neu vermittelten: Kindliche Freude am Leben und Glauben. Gemessen an deutschen Maßstäben ist der Lebensstandard der afrikanischen Gäste sicherlich sehr viel geringer als bei uns. Und doch, in gewisser Weise sind sie reicher als wir, bewahrten sie sich doch einen Schatz, der vielen von uns verlorenging: Unbekümmerte Freude, auf ihre ganz eigene für uns kindlich anmutende Weise.

Ich denke, genau das ist es, was Jesus meinte, als er sagte, wir sollten werden wie die Kinder. In gewisser Weise wurden heute WIR missioniert. Auf die Frage, was wir in Europa von der Kirche in Tansania lernen könnten, antwortete ein afrikanischer Priester: "Die Kirche in Deutschland muss aufhören zu schlafen. Hört auf zu schlafen!"

Wer das eingangs erwähnte Kontrastprogramm erlebt hatte, dem war klar, was gemeint war. Aber auch eine gewisse Wachsamkeit gegenüber schlechten Einflüssen ist hier gemeint. Oft genug dreht sich die Kirche um sich selbst anstatt Antworten zu geben. Gerade in unserer heutigen Zeit ist es wichtig, dass die Kirche wieder zum Volk geht und ihm, wie sich Luther einst ausdrückte, "aufs Maul schaut".

Lasst uns wieder mehr auf die Leute zugehen! Geben wir ihnen Antworten auf ihre Fragen! Hören wir ihnen zu, wenn sie ihre Anliegen und Meinungen vorbringen! Das ist Kirche und das ist auch Mission. Mission bedeutet auch Dialog. Dialog bedeutet Austausch. Also, den anderen (übrigens auch und gerade andere Religionen) kennenlernen, das Gute annehmen und Gemeinsamkeiten entdecken. Es bedeutet aber auch, unterschiedliche Standpunkte stehenzulassen. "Prüft alles und behaltet das Gute!" (1. Thess. 5, 21)

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen fruchtbringenden Austausch!

Et pax Dei, quae exsuperat omnem sensum, custodiet corda vestra et intelligentias vestras in Christo Iesu. Amen!

© Br. Colin MacTarbh MMXV

Sonntag, 4. Oktober 2015

"Sagt Gott, dem Vater, jederzeit Dank für alles im Namen Jesu Christi, unseres Herrn!" (Eph 5,20)

Liebe Brüder und Schwestern,

die Kirche feiert am ersten Sonntag im Oktober das Erntedankfest. Lasst uns kurz innehalten und darüber nachdenken, wofür wir dankbar sein können: Ich bin mir sicher, jede/r von uns findet genug Grund zum Danken.

Ein heißer Sommer mit für unsere Breiten ungewöhnlich hohen Temperaturen liegt hinter uns. Viele von uns haben diese Zeit sehr genossen, haben Abkühlung in Seen, Schwimmbädern oder Biergärten gesucht. Wer Urlaub oder Ferien hatte, hatte zusätzlich besonders Zeit und Muße, die hohen Temperaturen zu genießen.

Doch in früheren Jahrhunderten wäre diese Hitzeperiode eine Katastrophe gewesen. Durch die hohen Temperaturen und die damit verbundene Trockenheit über einen längeren Zeitraum hat es massive Ernteausfälle gegeben. Früher wären Hungesrnöte die Folge gewesen. Hat schon mal jemand von Euch ernsthaft gehungert? Damit meine ich keine Diät, FdH oder wie sich das alles nennt. Ich meine echten und bohrenden Hunger, der nicht gestillt werden kann, weil es schlicht nichts zu essen gibt. Wohl niemand von unserer jetzigen Generation kann ernsthaft behaupten, jemals Hunger gelitten zu haben. Auch das ist genug Grund zum Danken.

Aber habt Ihr Euch das heutige Bibelwort mal genauer angeschaut? Wofür sollen wir danken? Für all das Schöne und Gute, was wir erlebt haben? Sicherlich. Doch sollen wir für alles danken. Das beinhaltet auch das vermeintlich Schlechte und Gemeine, das uns widerfahren ist. Hierfür zu danken, bedeutet, es anzunehmen und zu ertragen. Wenn wir das schaffen, wächst etwas anderes: Vertrauen. Vertrauen darauf, dass Gott für uns sorgt und vermeintlich schlechte Dinge in Gutes verwandeln kann.

Ich wünsche uns den Mut und die Kraft, uns immer wieder aufs Neue auf ihn einzulassen und ihm zu vertrauen! Gott, dem Herrn, sei Dank für alle Dinge! Amen!

Et pax Dei, quae exsuperat omnem sensum, custodiet corda vestra et intelligentias vestras in Christo Iesu. Amen!

© Br. Colin MacTarbh MMXV

Montag, 14. September 2015

Andacht zum "Hildegardtag"

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Amen!

Liebe Brüder, liebe Schwester!

Wir haben uns auf den Weg gemacht, um auf den Spuren der Hl. Hildegard von Bingen und zumindest ansatzweise eine Ahnung von ihrem Wirken und Leben zu erhalten. „Hildegard, Äbtissin, Mystikerin, geboren im Jahr 1098, Gründerin der Klöster Rupertsberg und Eibingen, wies in ihrem Buch „Scivias“ den mystischen Weg des Aufstiegs der Seele durch Beschauung und Leiden.Sie wirkte als Bußpredigerin und Beraterin von geistlichen und weltlichen Großen. + 17. September 1179 auf dem Rupertsberg.“ Soweit die Kurzbeschreibung im Monastischen Stundenbuch der Benediktiner. Passenderweise sind wir kurz vor ihrem Gedenktag hier, der in der katholischen Kirche an ihrem Todestag (17. September) kommenden Donnerstag begangen wird.

Doch was bedeutet das eigentlich, eine Mystikerin zu sein, was bedeutet Mystik? Nun, dazu muss muss man wissen, dass der Ausdruck „Mystik“ vom griechischen „mystikos“ kommt, was soviel wie „geheimnisvoll“ bedeutet. Damit ist allgemein, übrigens auch außerhalb des Christentums, die Erfahrung einer göttlichen Realität bzw. die Bemühung um eine solche Erfahrung gemeint. Oder, stark vereinfacht ausgedrückt, in der Mystik wird Gott erlebbar und erfahrbar.

Nach eigenen Aussagen erlebte Hildegard ab ca. 1141 (sie lebte damals schon im Kloster Disibodenberg) unwiderstehlich starke Visionen. Da sie diese nicht zuordnen konnte, suchte sie Rat bei Bernhard von Clairvaux, Gründer des Zisterzienserordens. Dieser antwortete ihr „„Wir freuen uns mit dir über die Gnade Gottes, die in dir ist. Und was uns angeht, so ermahnen und beschwören wir dich, sie als Gnade zu erachten und ihr mit der ganzen Liebeskraft der Demut und Hingabe zu entsprechen. […] Was können wir übrigens noch lehren oder wozu ermahnen, wo schon eine innere Unterweisung besteht und eine Salbung über alles belehrt?“

Sie begann aufgrund einer Erscheinung, die sie als Auftrag Gottes verstand, ihre Visionen niederzuschreiben. In ihrem Hauptwerk „Scivias Domini“ (Wisse die Wege des Herrn), kurz „Scivias“ genannt, ließ sie, selbst des Lateinischen nicht mächtig, über einen Zeitraum von 6 Jahren ihre Visionen und theologischen Vorstellungen niederschreiben. In diesem Buch sind 35 Miniaturbilder enthalten, die zur Verdeutlichung ihrer Texte dienen. Leider gilt die Originalhandschrift seit dem 2. Weltkrieg als verschollen. Im Kloster, in dem wir vorhin waren befindet sich jedoch eine Kopie aus dem Jahr 1939.

Lassen wir aber Hildegard kurz selbst zu Wort kommen. In der Scivias äußert sie sich dazu folgendermaßen: „„Ich aber, obgleich ich diese Dinge hörte, weigerte mich lange Zeit, sie niederzuschreiben – aus Zweifel und Missglauben und wegen der Vielfalt menschlicher Worte, nicht aus Eigensinn, sondern weil ich der Demut folgte und das so lange, bis die Geißel Gottes mich fällte und ich ins Krankenbett fiel; dann, endlich bewegt durch vielerlei Krankheit […] gab ich meine Hand dem Schreiben anheim. Während ich's tat spürte ich […] den tiefen Sinn der Heiligen Schrift; und ich erhob mich so selbst von der Krankheit durch die Stärke, die ich empfing und brachte dies Werk zu seinem Ende – eben so – in zehn Jahren. […] Und ich sprach und schrieb diese Dinge nicht aus Erfindung meines Herzens oder irgend einer anderen Person, sondern durch die geheimen Mysterien Gottes, wie ich sie vernahm und empfing von den himmlischen Orten. Und wieder vernahm ich eine Stimme vom Himmel, und sie sprach zu mir: Erhebe deine Stimme und schreibe also!“

Natürlich ist mir klar, dass ich Hildegard nicht mit diesen kurzen Auszügen aus ihrem Leben gerecht werden kann. Doch wichtig ist mir in diesem Zusammenhang, dass es kein exklusives Privileg Hildegards war, Gott intensiv erfahren zu dürfen. Aus der Heiligen Schrift wissen wir, dass sich Gott von jedem finden lässt, der ihn mit aufrichtigem Herzen sucht.

Ich persönlich wünsche mir, Gott genauso intensiv erleben zu dürfen, ihn mit allen meinen Rezeptoren zu erfahren, wie es offenbar Hildegard vergönnt war. Lassen wir uns auf dieses Abenteuer unseres Lebens ein! Machen wir es wie Hildegard, die von Papst Benedikt XVI. zur Kirchenlehrerin und damit zum Vorbild für die gesamte heilige Kirche erhoben wurde! Unser heutiger Ausflug ist ein kleiner physischer Ansatz und vielleicht können wir ja ein Stück weit Hildegard und ihr göttliches Wirken erspüren. Doch hierbei darf es nicht bleiben, sondern muss sich durch unser weiteres Leben ziehen. Zum Abschluß eine Frage, die aber jeder für sich alleine beantworten muss: Sind wir, bin ich zu dieser Herausforderung bereit und können „JA“ zu Gott sagen?

Gott, du Quelle des Lebens, du hast die heilige Hildegard mit prophetischem Geist erfüllt. Hilf uns, nach ihrem Vorbild über deine Wege nachzusinnen und deiner Führung zu folgen, damit wir in der Dunkelheit dieser Welt das Licht deiner Klarheit erkennen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater und der Sohn und Heilige Geist. Amen.

Gelobt sei Jesus Christus! – In Ewigkeit, amen!

(c) Brother Colin MacTarbh MMXV - Es gilt das gesprochene Wort.

Montag, 3. August 2015

Schönen Urlaub!

Liebe Brüder und Schwestern!

Es ist soweit! Nach langer Zeit habe ich endlich wieder Urlaub - ganze drei Wochen! Das Wetter passt auch gut dazu und so haben sich die Wetterfrösche beeilt, zumindest erstmal für diese Woche eine Hitzewelle anzukündigen.

Im Urlaub hat man auch endlich Zeit, mal so über dieses oder jenes nachzudenken. Mir selbst drängte sich die Idee auf, mal über das Thema "Urlaub" nachzudenken. Obwohl ich auch Personalrat und Gewerkschafter bin, soll hier allerdings die arbeits- und tarifrechtliche Bedeutung des Urlaubs außer acht gelassen werden.

Was bedeutet eigentlich Urlaub? Woher kommt dieser Begriff?

Wie so viele Ausdrücke und Redewendungen stammt auch der Begriff "Urlaub" aus dem Mittelhochdeutschen. Dort kennt man den Begriff "Urloup", was soviel wie "Erlaubnis" bedeutet. Damit war gemeint, dass ein Höherrangiger dem Ritter die Erlaubnis geben konnte, wegzugehen, sich zu entfernen. Bei Hartmann von Aue, einem der bedeutendsten Vertreter der sog. "mittelhochdeutschen Klassik" (um 1200) beispielsweise finden wir folgendes:

"nû was der künec Artûs gereit. der schiet mit urloube dan", was übersetzt heißt: "Nun war der König Artus reisefertig. Er nahm Abschied dann." Noch deutlicher wird Hartmann von Aue hier: "sus wart dâ urloup genomen..." Das kann man auch hier schon so übersetzen: "So wurde da Urlaub genommen...".

Später wurde dann daraus die Erlaubnis, der Arbeit berechtigterweise fernzubleiben, also seinen Erholungsurlaub zu nehmen.

So weit, so gut. Ich kann es nun natürlich nicht lassen zu überlegen, wie das eigentlich mit Jesus ist. Hat Jesus eigentlich Urlaub gemacht? Klar, wir wissen natürlich, dass Jesus Jude war und als solcher das Gebot der Sabbatruhe eingehalten hat. Aber Urlaub? Urlaub doch wohl eher nicht oder doch?

Nun, Bibelleser sind klar im Vorteil. ;-) Man nehme also die Bibel zur Hand und schlage nach bei Markus, Kapitel 6, Vers 31 und 32. Dort heißt es:

"Da sagte er zu ihnen: 'Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.' Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein."

Da haben wir's. Auch Jesus nimmt zusammen mit seinen Jüngern eine Art Kurzurlaub. Hintergrund ist, dass Jesus seine Jünger auf eine vermutlich sehr anstrengende Missionsreise geschickt hatte (vgl. Mk. 6, 7-13), von der sie soeben etwas ausgepowert zurückgekehrt waren.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen, ob Ihr nun verreist oder daheim ausspannt, einen wunderschönen und erholsamen Urlaub! Genießt ihn, denn Ihr habt ihn Euch redlich verdient!

Denjenigen unter Euch, die verreisen, gebe ich nachfolgenden irischen Reisesegen mit auf den Weg:

Der Herr sei mit Dir, wenn Du gehst,
er segne Dich, wenn Du zurückkommst.
Er begleite Dich auf Deinen Reisen,
er segne die Straße und ihre Tücken.

So segne Dich der gütige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen!

Et pax Dei, quae exsuperat omnem sensum, custodiet corda vestra et intelligentias vestras in Christo Iesu. Amen!

© Br. Colin MacTarbh MMXV

Sonntag, 2. August 2015

„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ (Joh. 6, 35)

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute morgen bin ich, zumindest für einen Sonntagmorgen, ungewöhnlich früh aufgewacht und aufgestanden. Ich las diese Bibelstelle, genauer gesagt, die gesamte Perikope für den heutigen Sonntag (Joh. 6, 24 - 35). "Brot des Lebens", so las ich und prompt wurde ich an die Eucharistefeier erinnert. Brot des Lebens, Eucharistiefeier, Begegnung mit Jesus. Genauso lehrt es auch unsere Kirche. Es zog mich daher auch mit Macht in die Messe in unserer Pfarrei.

Ok, könnte man denken, dann ist an dieser Stelle dieser Denkanstoß also beendet. Besuch der Messe und gut ist's. Jedem das Seine.

Doch was hat es mit diesem Brot auf sich? Nun, weiter vorne im Text, finden wir einen wichtigen Hinweis: "Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen." (V. 31). Wir werden hier in die Zeit des Exodus zurückversetzt, also in die Zeit, in der das Volk der Israeliten aus der Knechtschaft in Ägypten geflohen war. Gott versorgte sein Volk mit Manna, bei dem es sich um "etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif" (vgl. Ex. 16 ,14) handelte. Die Kirchenväter haben hier ein Vorausbild für die Eucharistie gesehen.

Interessant ist, dass die Israeliten das Manna nicht aufbewahren durften, sondern taggleich aufbrauchen mussten. Ansonsten verdarb es. Lediglich am Tag vor dem Sabbat durften sie soviel sammeln, dass es für zwei Tage reichte, um am Sabbat nicht arbeiten zu müssen. Darum bitten wir auch im Vaterunser: "Unser tägliches Brot gib uns heute."

Aber wieso Brot? Nun, das Brot war schon von altersher das Grundnahrungsmittel Nummer 1. Klar, zunächst geht es hier um die leibliche Speise. Doch wird auch deutlich, dass wir Jesus, das Brot des Lebens brauchen, um im übertragenen Sinne nie wieder zu hungern.

Jesus ist das wahre Brot! Er ist das fleischgewordene Wort Gottes, mit dem wir uns in der Eucharistie vereinen und von dem wir uns ernähren!

Und genau das ist es, worum es geht. Mir ist keine andere Religion bekannt, in der eine Gottheit sich so klein macht und sich für uns hingibt. Es gibt Religionen, die teilweise sehr viele Götter verehren. Welche dieser Gottheiten aber macht es so wie unser Gott? Da ist keine, auch nicht eine!

Panem de caelo praestitisti eis.
Omne delectamentum in se habentem.

Oremus! Deus, qui nobis sub sacramento mirabili passionis tuae memoriam reliquisti: tribue, quaesumus, ita nos corporis et sanguinis tui sacra mysteria venerari, ut redemptionis tuae fructum in nobis jugiter sentiamus. Qui vivis et regnas in saecula saeculorum.
Amen.

Et pax Dei, quae exsuperat omnem sensum, custodiet corda vestra et intelligentias vestras in Christo Iesu. Amen!

© Br. Colin MacTarbh MMXV